WS 3000
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Ohne Schlingern auf TourSCHLINGERDÄMPFER sollen die Fahrstabilität eines Gespanns erhöhen. Wir testeten die Neuen. |
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Als Ende 1997 der letzte Phantom Düsenjäger auf dem NATO-Flugplatz Pferdsfeld im Hunsrück startete, wurde es ruhiger in der Region. Dafür sieht man jetzt aber neben Versuchsfahrzeugen von Opel auch hin und wieder Boote auf Trailern über die ehemalige Startbahn jagen. Denn der Flugplatz Pferdsfeld war auch Austragungsort des großen Schlingerdämpfer-Tests, den wir zusammen mit den Experten von Opel durchführten. Schlingerdämpfer sind grundsätzlich eine sinnvolle Hilfe, um die Pendelneigung von Pkw-Anhängern zu verringern und dadurch die Fahrstabilität eines Gespanns zu erhöhen. Nun gibt es Schlingerdämpfer schon seit Jahrzehnten mit mehr oder weniger guten Eigenschaften. In den letzten Jahren haben sich aber drei Systeme als Marktführer herauskristallisiert. Die AKS von AL-KO, die SSK von Westfalia und die WS 3000 von Winterhoff. Seit unserem letzten Test von Schlingerdämpfern (siehe BOOTE 3/96) sind mit der AKS 2004 und der SSK 3 neue Produkte auf dem Markt, wie auch die WS 3000, die es bei unserem letzten Test noch nicht gab. Alle drei Systeme haben eins gemeinsam. Sie dämpfen
die Schlingerbewegungen da, wo sie auftreten, an der Kupplungskugel. Im Detail
weisen sie jedoch deutliche Unterschiede auf. |
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AL-KO folgte mit der AKS nach dem gleichen Prinzip, während Winterhoff mit der WS 3000 zwar auch über Bremsklötze in der Kugelpfanne dämpft, allerdings sind dort die Bremsklötze vorn und hinten angeordnet. Um konkrete Aussagen über die Wirksamkeit eines Schlingerdämpfers machen zu können, sind umfangreiche Tests notwendig. Es genügt dabei nicht, den Knickwinkel des Trailers mit und ohne Schlingerdämpfer zu messen, um zu sehen, inwieweit sich die Ausschläge mit Schlingerdämpfer reduzieren. Ausschlaggebend für eine Beurteilung ist die kritische Geschwindigkeit, bei der ein Trailer zu pendeln beginnt und sich das Gespann nicht mehr selbständig stabilisiert. Dabei darf auch nicht nur im Bereich von 80 km/h bis 100 km/h gefahren werden, sondern man muss bei den Messfahrten schon bis an die kritische Geschwindigkeit herangehen. Zu allen drei Dämpfersystemen gibt es die subjektive
Meinung, durch die auf die Kugel aufgepressten Bremsbacken werden auch die
Nickschwingungen des Gespanns gedämpft. Wie gesagt, eine subjektive
Aussage, denn gemessen hat es bislang noch niemand. Wir arbeiteten deshalb
mit Opel eine Messmethode aus, um auch diesen Punkt objektiv beurteilen zu
können. Wir fuhren mit unserem Testgespann nach Frankreich, um auf den
französischen Autobahnen, hier sind 130 km/h auch für Gespanne
erlaubt, eine Korrelation zwischen Messergebnissen und der Praxis zu ermitteln.
Letztlich runden die Beurteilung von Einbau und Handhabung der Schlingerdämpfer
den Test ab. Wie wir im Einzelnen gemessen haben, ist im Kasten "So
haben wir getestet" beschrieben. |
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Immer die StützlastZu Testbeginn ermittelten wir zunächst die kritische Geschwindigkeit des Gespanns ohne Schlingerdämpfer bei 75 kg und bei 25 kg Stützlast als Referenzwerte. Danach fuhren wir das gesamte Testprogramm mit den drei Schlingerdämpfern mit 25 kg Stützlast. Die Reduzierung auf 25 kg Stützlast war notwendig, denn bei regulär 75 kg hätte die Startbahnlänge nicht ausgereicht, um die kritische Geschwindigkeit immer zu erreichen. Anhand der Messdiagramme und den Referenzwerten extrapolierten wir die kritische Geschwindigkeit für 75 kg Stützlast. Lag die kritische Geschwindigkeit bei
dem Gespann mit 75 kg Stützlast ohne Schlingerdämpfer bei 119,2 km/h, so waren
es bei der AL-KO AKS 2004 129 km/h, bei der Westfalia SSK 3 127,5 km/h und
bei der Winterhoff WS 3000 130 km/h. Die anschließenden Testfahrten
auf der Autobahn in Frankreich bestätigten die Messergebnisse. Die WS
3000 von Winterhoff erreichte auch hier die höchste Geschwindigkeit,
ehe der Trailer anfing zu pendeln. |
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Auch in dieser Disziplin beurteilten wir die Nickschwingen
ohne Messungen subjektiv. Dabei waren die Testfahrer der Meinung, dass mit
Schlingerdämpfer das Fahrgefühl komfortabler sei, was aber nicht
unbedingt auf die Dämpfung der Nickschwingungen zurück geführt
wurde. Und es konnte ohne es vorher zu wissen, nicht gesagt werden, welcher
Schlingerdämpfer montiert war. |
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Die DIN 74087 besagt nämlich, dass bei einem zulässigen Anhängergewicht zwischen 1333 kg und 2857 kg, in diesem Bereich lag auch unser Testtrailer, ein Dämpfungsmoment gegen Schlingerbewegungen von 200 Nm nicht unterschritten werden darf. Die WS 3000 hatte noch 310 Nm, bei der AKS 2004 waren es noch 290 Nm und die SSK 3 hatte 255 Nm. Ein Wert für die Dämpfung der Nickbewegungen wird zwar nicht vorgeschrieben, wir haben sie trotzdem gemessen. Bedingt durch die Bremsbelaganordnung lag der Wert bei der WS 3000 ebenfalls bei 310 Nm. Bei der AKS 2004 und der SSK 3 waren es jeweils nur 70 Nm. Fazit: Die drei getesteten Schlingerdämpfer werden den Anforderungen gerecht und sind grundsätzlich empfehlenswert. Im Detail sieht die Beurteilung wie folgt aus: Testsieger ist eindeutig die WS 3000 von Winterhoff. Sie erreicht die höchste kritische Geschwindigkeit, die beste Dämpfung der Nickschwingungen und das höchste Dämpfungsmoment auf dem Prüfstand. Sie ist bis 3,0 t Anhängerlast zugelassen. Dicht folgt die AKS 2004 von AL-KO. Die erreichte kritische Geschwindigkeit ist ebenfalls gut. Bei der Dämpfung der Nickschwingungen fällt die AKS 2004 allerdings ab, obwohl sie als einziger der Testkandidaten vier Bremsklötze, vorn, hinten, rechts und links hat. Es werden aber nur die Klötze rechts und links vorgespannt. Die Prüfstandswerte liegen im grünen Bereich. Die AKS 2004 ist nur bis 2,0 t Trailergewicht zugelassen. Wer mehr braucht, muss bei AL-KO auf die alte AKS, die bis 2,7 t geht, zurück greifen. Schlusslicht bildet die SSK 3 von Westfalia. Die kritische Geschwindigkeit liegt doch um einiges niedriger als bei den beiden anderen Geräten. Die Dämpfung der Nickschwingungen sind zwar in zwei Punkten besser als bei der AKS, aber es sind stärkere Schläge auf der Hinterachse festzustellen. Bei den Prüfstandswerten ist die Dämpfung der Pendelbewegungen am niedrigsten. Bei den Nickschwingungen zieht sie mit der AKS 2004 gleich. Sie ist aber wie die WS 3000 bis 3,0 t zugelassen. Die Montage aller drei Dämpfer ist übrigens recht einfach. Die WS 3000 lässt sich etwas leichter bedienen als die AKS 2004. Bei der SSK 3 muss man aufpassen, dass man sich nicht die Finger klemmt. KARL-HEINZ DAUTH |
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