WS 3000
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Alles unter KontrolleDas tückische Pendeln des Caravans lässt sich mit einem Schlingerdämpfer mildern - oder sogar ganz vermeiden. Dieter S. ist ein kundiger Caravaner, den am Lenkrad seines Gespanns so leicht nichts aus der Fassung bringt. Nur einmal - bei nächtlicher Rückreise im Sommer dieses Jahres - wurde ihm plötzlich flau im Magen: Ein Plastikteil auf der Fahrbahn nötigte zum harten Gegenlenken, das sein Caravan mit unerwartet wuchtigen Pendelschlägen konterte. Erschrocken stieg der Routinier auf die Bremse und brachte den Hänger so wieder zur Raison, doch der Schock saß tief. Also gleich auf den nächsten Rastplatz und mit Argusaugen das Gespann umrundet. Klare Ursache: der Schlingerdämpfer war offen - zum Glück ein Versäumnis ohne böse Folgen. Die Caravanhersteller wissen um den beruhigenden Einfluss dieser Stabilisierungshilfen und rüsten ihre Modelle überwiegend damit aus - doch nicht alle gehen so zum Kunden, und besonders ältere Anhänger haben hier Nachholbedarf. CARAVANING hat die drei bekanntesten Systeme geprüft: AKS 2004 von Alko, SSK-3 von Westfalia und WS 3000 von Winterhoff; sie bekämpfen drohendes Hängerpendeln auf erprobte Weise. Nach dem Ankuppeln wird ein Spannhebel umgelegt, der die Reibbeläge im Inneren des Kupplungsmauls mit Federkraft an den Kugelkopf der Anhängevorrichtung presst, und das mit verblüffendem Erfolg: Der gelenkige Verbund von Zugwagen und Caravan wird so versteift, äußere Störeinflüsse wie Spurrillen, Windböen oder auch ein überhartes Lenkmanöver können den Caravan nur noch begrenzt aus der Bahn lenken, er rollt merklich ruhiger nach. Ein willkommenes Alibi somit für übergewichtige oder hecklastige Caravans? Das natürlich nicht. Zwar können Schlingerdämpfer die absehbaren Folgen der Beladungssünden mildern, aber nicht vollkommen verhindern. Im Pendeltest mit dem Caravan (siehe auch Ausgabe 7/2000) haben alle Schlingerdämpfer jedenfalls die erhoffte Wirkung gezeigt; am allerbesten schnitt der AKS 2004 ab, dicht gefolgt vom WS 3000. Geringfügig größere Pendelausschläge gestattete der SSK-3, ohne aber markant gegen seine Kontrahenten abzufallen. Der Spannhebel liegt bei dieser Kupplung seitlich statt oben und kann ein tief sitzendes Reserverad nicht streifen. Statt mechanischer Federn besorgt eine Gasfeder den Anpressdruck, sie wird von Hand ein- und ausgehakt. Der Hebel zum Abkuppeln ist gut zugänglich - am AKS 2004 bei gleichzeitiger Stützradkurbelei nicht ganz so gut. Eleganter noch entsichert der neue WS 3000: Man zieht bei ihm einfach den Spannhebel schräg nach oben. Bilanz: drei funktionstüchtige Stabilisierungshilfen zum Nachrüsten, alle empfehlenswert. Im Pendeltest gefiel AKS 2004 am besten, in der Bedienung WS 3000. Zweckmäßiger kann bei außenliegendem Reserverad allerdings das SSK-System sein.
Autor: Wolfgang Hecht, Fotos: Krieger, Pankok, Hersteller |
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